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Kicken in der Kreisoberliga

POTSDAM – Hartmut Domagala vom Fußballkreis Havelland-Mitte hatte auf dem 6. Verbandstag des Landesverbandes Brandenburg am Wochenende im Potsdamer Kongresshotel Bauchschmerzen. Bei der Abstimmung über eine Verbands- und Spielklassenstrukturreform, die bis zum 1. Juli 2014 vollzogen sein soll, zog er den gelben Karton mit der Aufschrift „Enthaltung“. „Da wird etwas von oben durchgezogen. Ich vermute, dass willkürlich Fußballkreise zusammengelegt werden“, befürchtet der Vorsitzende des Spielausschusses. „Außerdem ist der Zeitpunkt zu knapp festgelegt.“ Das findet der wiedergewählte Präsident Siegfried Kirschen aus Bad Saarow nicht. „Ganz im Gegenteil“, sagt er der MAZ. „Wir haben uns extra vier Jahre Zeit genommen, um alles ausführlich zu durchdenken, alle Seiten abzuklopfen und über verschiedene Varianten zu diskutieren. Es muss passen. Im Sinne der Vereine“, so der 67-Jährige. In den nächsten Monaten werden sich zwei Kommissionen mit dem Thema beschäftigen. Eine davon berät über die eigentliche Strukturreform. „Die andere hat sich die Spielklassen-Struktur zum Thema gemacht“, teilt Kirschen mit. Statt bislang 17 Fußballkreise soll es künftig nur noch acht oder zehn geben. „Wie viele Kreise es am Ende werden, wird in der Kommission besprochen. Es werden definitiv acht oder zehn sein. Eine Tendenz gibt es noch nicht“, so Präsident Kirschen. Er verteidigt das Vorhaben. „Ein Spielbetrieb mit 25 bis 35 Vereinen macht keinen Sinn mehr, wir streben Kreise mit 50 Vereinen und mehr an.“ Außerdem könnten sich die Vereine ein „größeres wirtschaftliches Potenzial“ erarbeiten, glaubt er und hofft auf mehr Sponsoren für die Clubs. Der ehemalige Fifa-Referee sieht in neuen Spielklassen einen Anreiz und ist überzeugt: „Höhere Kosten kommen nicht auf die Vereine zu.“ Denn: Die neuen Vorstände der zukünftigen Fußballkreise können ganz individuell – unter Betrachtung aller Umstände in ihren Regionen – entscheiden, wie die Spielklassen im Männer-, Frauen- und Nachwuchsbereich strukturiert werden. „Es kann zum Beispiel zwei Kreisligen unter territorialem Gesichtspunkt geben. Dann wird der Meister per Endspiel ermittelt“, so Kirschen. „Es kann aber auch eine große, sportlich starke Kreisliga gegründet werden.“ So wie es die Kreise wollen. „Im Nachwuchs kann der Spielbetrieb nach der Reform in Turnierform stattfinden, sodass die Kosten etwa gleich bleiben.“ „Diese Rechnung geht nicht auf“, so Ralf Hechel, Geschäftsführer des SV Babelsberg 03. „Spielklassen in größeren Fußballkreisen sind mit höheren Fahrtkosten verbunden.“ Brandenburg ist im Osten der letzte Verband, der diese Veränderungen in Angriff nimmt. Auf Landesebene sollen bei den Männern die Brandenburgliga und die beiden Landesligen bestehen bleiben. „Bei den Landesklassen kann es leichte Veränderungen geben“, so Kirschen. Für ein behutsames Vorgehen spricht sich auch Hartmut Lenski, Vorsitzender von Havelland-Mitte, aus. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe, die im Landesverband die Strukturreform vorbereitet. „Da darf nichts übers Knie gebrochen werden“, sagt er. „Die Basis muss gehört werden. Bisher ist die Resonanz dort sehr durchwachsen. In Havelland-Mitte werden wir uns im Januar mit allen Vereinen an einen Tisch setzen.“ Manches ist in der Praxis bereits Realität. In einigen Nordkreisen waren Vereine bereits verzweifelt, weil es keinen Spielbetrieb für den Nachwuchs gab. Sie schlossen sich dem Spielbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern an. In „MV“ wurde die Strukturreform mit neuen Fußball-Großkreisen schon 2008 abgeschlossen. Auch in Brandenburg ist das jetzige Territorium längst keine Tabuzone mehr. Der überkreisliche Spielbetrieb findet bereits in mehr als der Hälfte der Fußballkreise statt. Hartmut Lenski glaubt, dass nur wenige Kreise im jetzigen Ausmaß überleben werden: Havelland-Mitte, Niederlausitz und eventuell Westhavelland. Dem Leitantrag an die 161 Delegierten wurde stattgegeben – mit 22 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen. Die höchste Liga auf Kreisebene erhält also bald einen klangvollen Namen: statt Kreisliga heißt sie dann vielleicht Kreisoberliga. (Von Detlef Braune und Sebastian Morgner)

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